Karoline Bieringer. Porträtfotografie um 1950.

(Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, LEA 6440 0001)

Rot umrandet die Hopperstraße 8, damals Richard-Wagner-Straße 8. Etwas weiter östlich (hier rechts) ist die Bayreuther Straße mit ihren Straßenbahngleisen zu erkennen. Im oberen Bilddrittel durchschneidet die Pirckheimerstraße die Aufnahme von Ost nach West. Darüber ist in der oberen rechten Ecke ein kleiner Teil des Stadtparks zu sehen. Luftaufnahme 1927.

(Stadtarchiv Nürnberg, A97 Nr. 238)

Karoline Bieringer

Verlegeort: Hoppertstraße 8, ehemals Richard-Wagner-Straße 8 Stadtteil: Maxfeld
Pate: Lorenz Graf-Vlachy Verlegedatum: 26. Mai 2023

Biografie

Am 26. Mai 2023 verlegte Gunter Demnig zehn Stolpersteine in Nürnberg. Fünf davon erinnern an Menschen, die aufgrund von widerständigem Verhalten Opfer des NS-Staats wurden. Die Biografien recherchierte ein P-Seminar des Hermann-Kesten-Kollegs Nürnberg unter der Leitung von Dr. Maren Janetzko und Dr. Pascal Metzger (Geschichte Für Alle e.V.). Zu den untersuchten Personen gehörte Lina Bieringer, die aufgrund ihrer politischen Aktivitäten viele Jahre im Gefängnis und in Konzentrationslagern verbringen musste.
Karoline Bieringer, geb. Ganßer, kam am 9. November 1898 in Widdern bei Heilbronn zur Welt. Sie lebte mit ihrem Ehemann, dem Metallschleifer Otto Bieringer, und ihrem Sohn Emil in Nürnberg, Richard-Wagner-Straße 8 (heute Hoppertstraße 8). Sie und ihr Ehemann betrieben eine Wäscherei. Beide waren Anhänger der Sozialisten.
Im Juni 1933 verteilte sie die Zeitung „Rote Fahne“ und wurde denunziert. Das Sondergericht Nürnberg verurteilte sie am 7. Juli 1933 zu drei Jahren Haft. Sie kam zunächst ins Zuchthaus Aichach und im Februar 1936 ins Gefängnis Donauwörth. Nach ihrer Entlassung im Juni 1936 nahm sie die Nürnberger Gestapo in „Schutzhaft“ und verschleppte sie für zwei Jahre in das KZ Moringen.
Wegen des Hörens ausländischer Rundfunksender wurde sie vom Landgericht Nürnberg am 27. November 1941 zu drei Jahre Zuchthaus verurteilt, die sie wieder in Aichach absitzen musste. Von August 1944 bis Kriegsende wurde Bieringer erneut in ein KZ verschleppt, diesmal nach Ravensbrück.

- Stadtarchiv Nürnberg C21/II Meldekarte.

- Staatsarchiv Nürnberg, Anklagebehörde beim Sondergericht Nürnberg Nr. 39.

- Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Wiedergutmachungsbehörde III a 1622.

- Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Landesentschädigungsamt Nr. 6440.

Stolpersteine in der Nähe