Frieda Röderer, Porträtfotografie um 1930.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 123)
Rot umrandet die Hallerstraße 27, direkt an der Ecke zum Kirchenweg. Am oberen rechten Bildrand ist das Bielingschulhaus zu erkennen, die heutige Peter-Vischer-Schule. Westlich davon erstreckt sich, bis an den Rand der Aufnahme das Städtische Klinikum, heute Klinikum Nord. Luftaufnahme 1927.

(Stadtarchiv Nürnberg, A 97 Nr. 196)

Frieda Röderer

(1882-1943)

Verlegeort: Hallerstraße 27 Stadtteil: St. Johannis
Patenschaft: Tony und Judy Vasos Verlegedatum: 18. September 2015

Biografie

Am 18. September 2015 ließen Tony und Judy Vasos Stolpersteine für Tonys Großeltern Hugo und Clementine Mosbacher sowie Hugos Schwester Frieda Röderer verlegen. Frieda hatte vergeblich versucht, in die USA zu fliehen. Sie wurde in Sobibor ermordet. Ihrer Tochter Anna gelang die Emigration in die USA.

Frieda Mosbacher kam am 4. Oktober 1882 in Fürth zur Welt. Ihr Vater Sigmund war Lehrer an der örtlichen Israelitischen Waisenanstalt. Am 8. Juli 1910 heiratete sie den Kaufmann Gustav Röderer.

Gustav Röderer wurde am 10. September 1869 in Ettenheim im Schwarzwald geboren. 1906 zog er von Karlsruhe nach Nürnberg. Seine erste Ehefrau Betty, geborene Bachmann, verwitwete Neuburger, starb zwei Tage nach der Geburt ihres Sohnes Fritz, der am 15. Juli 1908 in Nürnberg zur Welt gekommen war.

Gustav und Frieda Röderer bekamen am 27. September 1911 ihre Tochter Anna. Im Ersten Weltkrieg diente Gustav vier Jahre lang als Soldat, er hatte sich freiwillig gemeldet. Gustav starb 1925 an einem Herzinfarkt in Nürnberg.

Anna Röderer heiratete im August 1933 Fritz Seligsberg, der aus Fürth stammte. Das Ehepaar emigrierte 1936 in die USA. Frieda besuchte ihrer Tochter dort, kehrte aber nach Deutschland zurück. Nach der „Reichskristallnacht“ vom 9./10. November 1938 fasste sie den Entschluss, in die USA zu emigrieren.

Zusammen mit ihrem Bruder Hugo und dessen Ehefrau Clementine floh Frieda am 18. Februar 1940 in die Niederlande. Von dort aus versuchten sie, in die USA auszureisen, was mit der Eroberung des Landes durch die Wehrmacht verhindert wurde.

1942 verhaftete man Frieda zusammen mit Hugo und Clementine und verschleppte sie in das KZ Westerbork. Am 28. Mai 1943 wurde Frieda in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet.

- Biografischer Text von Enkelin Ruth White, Juni 2021.

- Judy Vasos (Hrsg.): My Dear Good Rosi: Letters From Nazi-Occupied Holland 1940-1943, Oakland (CA) 2018.

- Stadtarchiv Nürnberg, C 21/X Nr. 7 Meldekarten.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 29), Nürnberg 1998, S. 280.

Stolpersteine in der Nähe