Detailbild von einer gepflasterten Straße mit grauen Eimern und einem goldenen Stolperstein kurz vor dessen Verlegung

Emanuel Kocherthaler, Porträtfotografie um 1923.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 84)

Sofie Kocherthaler, Porträtfotografie um 1923.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 84)

Rot umrandet die Tafelhofstraße 4 (ehemals Tafelhofstraße 26). Im Norden mündet sie in den Frauentorgraben. Die Eilgutstraße verläuft am unteren Bildrand von West nach Ost (hier von links nach rechts) oberhalb der Gleise des Hauptbahnhofs. Der Bahnhof und der Königstorturm sind erkennbar am rechten Bildrand. Luftaufnahme 1927.

(Stadtarchiv Nürnberg, A 97 Nr. 327)

Emanuel und Sofie Kocherthaler

Verlegeort: Tafelhofstraße 4 (ehemalige Tafelhofstraße 26) Stadtteil: Tafelhof
Patenschaft: Tamar Yissar Verlegedatum: 29. April 2026

Biografie

Am 29. April 2026 wurden zwei Stolpersteine für Emanuel und Sofie Kocherthaler verlegt. Patin dafür war ihre Ururenkelin Tamar Yissar. Emanuel und Sofie wurden im Ghetto Theresienstadt ermordet.

Emanuel Kocherthaler wurde am 28. Februar 1861 in Ernsbach bei Öhringen in Württemberg geboren, als Sohn des Landwirts Joseph Simon Kocherthaler und seiner Frau Regine, geb. Rosenthal.

Am 16. Juni 1895 heiratete er Sofie Babette Obermeyer in Fürth. Sie war dort am 17. April 1871 zur Welt gekommen, als Tochter von Isaak Obermeyer und Amalie, geb. Berolzheimer.

Das Paar hatte zwei Töchter: Alice, geboren am 5. Juni 1896, und Frieda, geboren 12. Mai 1897, beide in Nürnberg.

Die Familie zog im Oktober 1926 in die Tafelhofstraße 26.

Frieda heiratete Theodor Moßbacher im Februar 1922. Sie zog mit ihm im März 1931 nach Frankfurt am Main und wanderte später nach Palästina aus.

Im Oktober 1936 heiratete Alice Dr. Max Strauß. Der Mediziner wohnte seit 1907 in Nürnberg, vorher arbeitete er an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Alice war seine dritte Frau. Er brachte zwei Töchter mit in die Ehe. Familie Strauß floh 1940 nach New York.

Emanuel und Sofie blieben in Nürnberg. Zwischen Mai 1938 und September 1942 mussten sie drei Mal umziehen. Am 10. September 1942 wurden sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Emanuel starb dort am 11. Oktober 1942 und Sofie am 12. Januar 1943.

- Stadtarchiv Nürnberg, C 21/X Nr. 5 Meldekarten.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 29), Nürnberg 1998, S. 171.

Stolpersteine in der Nähe