Rot umrandet die Seuffertstraße 16. Die untere Bildhälfte wir durch die Fabrikanlagen der Siemens-Schuckertwerke geprägt. Die breite Straße mit den Straßenbahngleisen ist die Gugelstraße, die die Aufnahme von Nord nach Süd durchschneidet. Am rechten oberen Bildrand ist die Christuskirche zu erkennen. Luftaufnahme 1927.

(Stadtarchiv Nürnberg, A 97 Nr. 384)

Bernhard Hacker

(1908-1942)

Verlegeort: Seuffertstraße 16 Stadtteil: Steinbühl
Pate: DGB Jugend Mittelfranken Verlegedatum: 26. Mai 2023

Biografie

Am 26. Mai 2023 verlegte Gunter Demnig zehn Stolpersteine in Nürnberg. Fünf davon erinnern an Menschen, die aufgrund von widerständigem Verhalten Opfer des NS-Staats wurden. Die Biografien recherchierte ein P-Seminar des Hermann-Kesten-Kollegs Nürnberg unter der Leitung von Dr. Maren Janetzko und Dr. Pascal Metzger (Geschichte Für Alle e.V.). Zu den untersuchten Personen gehörte Bernhard Hacker, der in Dachau ermordet wurde.
Bernhard Hacker kam am 2. Januar 1908 in Nürnberg zur Welt. Vor 1933 war er Mitglied der kommunistischen Jugend und des Roten Frontkämpferbunds. Da er sich auch der Machtübernahme Hitlers noch für diese Organisationen engagierte, verschleppte man ihn vom 11. August 1933 bis März 1934 zur „Schutzhaft“ in das KZ Dachau. Ab Mai 1934 arbeitete er als Maschinenschlosser bei der Firma Leistritz. 1936 heiratete er seine Ehefrau Marie und wohnte mit ihr in der Seuffertstraße 16.
In der Gaststätte „Wilhelmsdorfer Bräustübl“ in der Seuffertstraße 10 soll er am 29. September 1939 bei einem Streit mit einem SA-Mann Beleidigungen gegen Hitler und die NSDAP geäußert haben. Das Nürnberger Sondergericht verurteilte ihn deswegen am 15. Januar 1940 zu neun Monaten Haft im Nürnberger Gefängnis. Nach der Haftentlassung wurde er von der Nürnberger Gestapo erneut in „Schutzhaft“ genommen und ins KZ Dachau verschleppt, wo er am 21. September 1942 ermordet wurde.

- Stadtarchiv Nürnberg C21/II Meldekarte.

- Staatsarchiv Nürnberg, Anklagebehörde beim Sondergericht Nürnberg Nr. 729.

Stolpersteine in der Nähe