Sally und Rosa Joskowitz

Verlegeort: Siegfriedstraße 56 Stadtteil: Bleiweiß
Patenschaft: Amir Belder Verlegedatum: 9. Oktober 2026

Biografie

Am 9. Oktober 2026 wurden zwei Stolpersteine für Sally und Rosa Joskowitz verlegt. Pate war ihr Urenkel Amir Belder. Da die Familie ursprünglich aus Polen stammte, wurden sie zwei Mal verfolgt. In der sogenannten „Polenaktion“ wurden sie aus Deutschland deportiert und dann, nach ihrer Wiederkehr, verhaftet und ermordet.

Sally (Sholomo) Joskowitz wurde am 14. Oktober 1889 in Lodz, Polen geboren. Seine Eltern waren Maier und Brandel Joskowitz, geb. Wermann.

Am 29. März 1914 heiratete er in Eger, Tschechoslowakei, Rosa Balsam. Sie war am 9. März 1889 in Gorlitz (Gorlice) in Galizien/Polen zur Welt gekommen. Das Paar zog nach der Trauung nach Nürnberg in die Siegfriedstraße 56.

In Nürnberg bekamen Sally und Rosa drei Kinder: Martha, geboren am 28. Dezember 1914, Max, geboren am 16. Januar 1917, und Selma, geboren am 25. Juli 1919.

Die Kinder flüchteten bis zum Herbst 1938 aus Deutschland: Selma und Max nach Palästina und Martha in die USA.

Am 28. Oktober 1938 ordnete die Reichsregierung die sogenannte „Polenaktion“ an. Im gesamten Deutschen Reich wurden etwa 17.000 Juden polnischer Herkunft verhaftet und in Sammeltransporten über die Grenze nach Polen abgeschoben, darunter Sally und Rosa.

Beide kamen über Berlin nach Deutschland zurück und lebten ab Juli 1939 wieder in Nürnberg.

Sally wurde kurz nach seiner Rückkehr festgenommen und zuerst im Gerichtsgefängnis in Hof an der Saale inhaftiert. Im Oktober 1939 kam er ins Konzentrationslager Buchenwald. Nach einem Jahr wurde er ins KZ Dachau verlegt. In Juli 1941 kam er wieder zurück nach Buchenwald. Am 11. März 1942 wurde er in die Tötungsanstalt in Bernburg an der Saale „verlegt“ und dort am gleichen Tag ermordet.

Rosa wohnte bei verschiedenen Familien, zuletzt in einem sogenannten „Judenhaus“ an der Frauentormauer 92. Von dort wurde sie am 29. November 1941 nach Riga deportiert und ermordet.

- Stadtarchiv Nürnberg, C 21/X Nr. 4 Meldekarten.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 29), Nürnberg 1998, S. 154.