Edith Bartfeld, Porträtfotografie um 1930.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 6)
Gerda Bartfeld, Porträtfotografie um 1937.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 6)
Blick durch die Fürther Straße nach Westen. Das Gebäude mit der Nummer 9a ist das fünfte Haus auf der linken Seite. Ansichtskarte um 1910.

(Bestand Geschichte Für Alle e.V.)
Rot umrandet die Fürther Straße 9a. In der Bildmitte ist der Verkehrsknotenpunkt Plärrer mit dem ehemaligen Ludwigsbahnhof zu erkennen. Am rechten Bildrand beginnt bereits die Lorenzer Altstadt, gut an der mit Bäumen bestandenen Stadtmauer und dem Spittlertorturm zu erkennen. Nördlich der Fürther Straße erstreckt sich die Rosenau. Luftaufnahme 1927.

(Stadtarchiv Nürnberg, A 97 Nr. 286)

Edith und Gerda Bartfeld

Verlegeort: Fürther Straße 9a Stadtteil: Gostenhof
Patenschaft: Dr. Tobias Jockenhövel Verlegedatum: 20. September 2010

Biografien

Am 20. September 2010 verlegte Gunter Demnig zwei Stolpersteine für Edith Bartfeld, geborene Landmann, und deren Tochter Gerda. Beide wurden 1942 nach Izbica deportiert und dort ermordet.

Edith Landmann kam am 9. März 1910 als Tochter des Kaufmanns Joachim Landmann in Nürnberg zur Welt. Am 24. August 1932 heiratete sie David Bartfeld, der als reisender Händler arbeitete. Er war am 16. März 1896 in Delatyn in Galizien geboren worden. Heute liegt die Siedlung in der Ukraine. Sein Vater Isaac Bartfeld war Bäcker.

Bevor David im Juli 1932 nach Nürnberg zog, wohnte er in Staßfurt, südlich von Magdeburg. Am 25. Dezember 1933 kam Ediths und Davids Tochter Gerda in Nürnberg zur Welt. Drei Monate später verwies die Polizeidirektion Nürnberg-Fürth David am 13. März 1934 dauerhaft aus Bayern. Die Handhabe dazu hatte sie, weil er polnischer Staatsbürger war. Der Anlass ist nicht überliefert. David ging zurück nach Staßfurt, Edith blieb mit ihrer Tochter in Nürnberg.

Im Zuge der „Polenaktion“ schob man David am 28. Oktober 1938 nach Polen ab. Auf Anordnung der Reichsregierung waren an dem Tag etwa 17.000 Juden polnischer Herkunft im Reichsgebiet von diesem Schicksal betroffen. Die Deportationen erfolgten ohne Ankündigung und unter Zwang. Eine Verordnung der polnischen Regierung, gemäß der die Pässe polnischer Staatsbürger jüdischen Glaubens ungültig werden sollten, wenn diese mehr als fünf Jahre im Ausland verbracht hatten, bot den Anlass.

Am 1. August 1939, so vermerkt es die Einwohnerkartei, kehrte David aus Polen zu Frau und Tochter nach Nürnberg zurück. Vermutlich hielt er sich illegal in der Stadt auf. Nach wenigen Wochen nahm ihn die Staatspolizei Nürnberg am 8. September in Schutzhaft und lieferte ihn in das KZ Buchenwald ein. Im Rahmen der „Aktion 14f13“, die die Ermordung von Häftlingen zur Folge hatte, die als nicht mehr arbeitsfähig galten, wurde David am 2. März 1942 in die Tötungsanstalt Bernburg verlegt und dort vergast.

Einige Tage später gehörten Edith und die neunjährige Gerda zu den 989 Juden aus ganz Franken, die am 24. März 1942 in der zweiten Deportationswelle von Nürnberg nach Izbica verschleppt wurden. Alle in diesem Zug Deportierten wurden ermordet.

Am 26. März 2013 verlegte Gunter Demnig in Staßfurt einen Stolperstein für David Bartfeld.

- Stadtarchiv Nürnberg, C 21/X Nr. 1 Meldekarten.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 29), Nürnberg 1998, S. 18f.

- www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de837327 [abgerufen am 24.06.2021].

- Alfred Gottwaldt/Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich von 1941-1945. Eine kommentierte Chronologie, Wiesbaden 2005, S. 185f.

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