Detailbild von einer gepflasterten Straße mit grauen Eimern und einem goldenen Stolperstein kurz vor dessen Verlegung

Josef Aufseesser, Porträtfotografie um 1930.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 30)

Wilhelmine Aufseesser, Porträtfotografie um 1930.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 30)

Rot umrandet die Dennerstraße 5 (heute Am Plärrer 8). Nördlich davon ist der Rosenau Park gelegen. Am rechten unteren Bildrand ist der Spittlertorturm zu erkennen. Südlich davon erstreckt sich der Verkehrsknotenpunkt Plärrer. Luftaufnahme 1927.

(Stadtarchiv Nürnberg, A 97 Nr. 286)

Josef und Wilhelmine Aufseesser

Verlegeort: Am Plärrer 8 (ehemalige Dennerstraße 5) Stadtteil: Himpfelshof
Patenschaft: Ron Aufseesser und Stefan Dickas Verlegedatum: 30. April 2026

Biografie

Am 30. April 2026 wurden zwei Stolpersteine für Josef und Wilhelmine Aufseesser auf Anregung von Stefan Dickas, der jüdische Schicksale in München recherchiert, und Ron Aufseesser, dem Urenkel des Ehepaars, verlegt. Josef und Wilhelmine wurden im Ghetto Theresienstadt ermordet.

Joseph (Josef) Hugo Aufseesser kam am 21. April 1864 in Haßfurt in Unterfranken zur Welt. Seine Eltern waren Jakob Aufseesser und Babette, geb. Zeiler.

Am 28. August 1898 heiratete er Wilhelmine Bacharach in München. Sie war dort am 10. April 1877 geboren worden, als Tochter von Max und Ernestine Bacharach, geb. Bing.

Josef und Wilhelmine Aufseesser bekamen in Nürnberg drei Kinder: Paul Max, geboren am 10. Juli 1899, Else, geboren am 18. August 1901, und Max , geboren am 9. März 1910.

Nach der Geburt des zweiten Kindes zog die Familie im September 1901 in die Dennerstraße 5 (heute Am Plärrer 8).

Als Josef 1928 der Titel „Kommerzienrat“ verliehen wurde, lobte ihn die „Jüdisch-liberale Zeitung“ als „eifriger Förderer des liberalen Judentums in Nürnberg“. Nach der sogenannten „Reichskristallnacht“ vom 9./10. November 1938 war Josef Aufseesser eines der Mitglieder der jüdischen Gemeinde, die nach Dachau verschleppt wurden. Er war dort vom 11. bis 15. November 1938 inhaftiert.

Die Kinder des Paares flohen mit ihren Ehepartnern ins Ausland: Paul in die Schweiz, Else nach Palästina und Max nach Frankreich.

Am 10. September 1942 wurden Josef und Wilhelmine in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Wilhelmine starb dort am 27. Oktober 1942 und Josef am 23. Februar 1943.

- Stadtarchiv Nürnberg, C 21/X Nr. 1 Meldekarten.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 29), Nürnberg 1998, S. 14.

Stolpersteine in der Nähe