Karl Riemer
(1908-1947)
| Verlegeort: An den Rampen 31 | Stadtteil: Steinbühl |
| Patenschaft: Geschichte Für Alle e.V. | Verlegedatum: 9. Oktober 2026 |
Biografie
SAm 9. Oktober 2026 wurden drei Stolpersteine für Kommunisten im Widerstand verlegt: Karl Riemer, Johann Riemer und Leo Eichmüller. Während ihrer Inhaftierung im Konzentrationslager Dachau wurden sie Freunde. Initiatorin der Verlegung war Ines Eichmüller, die Großnichte von Leo Eichmüller. Alle drei überlebten Dachau.
Karl Xaver Riemer wurde am 8. Januar 1908 in Nürnberg geboren. Seine Eltern waren der Fabrikarbeiter Johann Michael Riemer und Marie Riemer, geb. Gaisberger. Karl wuchs in Nürnberg auf und war Maler und Zeichner.
Am 15. Juli 1930 heiratete er Luise Baumann, die am 30. Oktober 1908 in Nürnberg zur Welt gekommen war, als Tochter von Philipp Wilhelm und Anna Elisabetha Baumann, geb. Dachert. Am 8. November 1931 zog das Paar in das Haus An den Rampen 31.
Karl war Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands und dadurch aktiv im Widerstand. Er wurde schon im April 1933, und sein Bruder Johann im August 1933, in sogenannte „Schutzhaft“ genommen und ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Beide überlebten dort 12 Jahre. In Dachau waren sie mit Leo Eichmüller befreundet.
Ende April 1945, als die US-Armee naherückte, flüchtete Karl aus dem Lager, um den US-Truppen über die Zustände im KZ zu berichten und um die Befreiung des Lagers zu bitten. Obwohl der US-Befehl zur Befreiung wenige Stunden zuvor erfolgt war und seine Aktion vermutlich nur symbolischen Wert hatte, erinnert heute in Dachau eine Straße an Karl Riemer.
Nach seiner Befreiung kehrte er nach Nürnberg und zu seiner Frau zurück. Sie bekamen einen Sohn, Karl-Oskar Riemer, geboren am 24. April 1946 in Nürnberg.
Karl Riemer starb am 23 November 1947; seine Frau am 21. März 1995.
- Stadtarchiv Nürnberg, C 21/II Meldekarten.