Johann Riemer

Verlegeort: Neue Gasse 32 (ehemalige Fetzergasse 20) Stadtteil: St. Sebald
Patenschaft: Geschichte Für Alle e.V. Verlegedatum: 9. Oktober 2026

Biografie

Am 9. Oktober 2026 wurden drei Stolpersteine für Kommunisten im Widerstand verlegt: Johann Riemer, Karl Xaver Riemer und Leo Eichmüller. Während ihrer Inhaftierung im Konzentrationslager Dachau wurden sie Freunde. Initiatorin der verlegung war Ines Eichmüller, die Großnichte von Leo Eichmüller. Alle drei überlebten Dachau.

Johann Riemer wurde am 11. Juni 1910 in Nürnberg geboren. Seine Eltern waren Johann Michael und Marie Riemer, geb. Gaisberger.

Er wuchs in Nürnberg auf und, mit Ausnahme von Wanderschaften und einem Aufenthalt in Chemnitz 1928, wohnte er bei seinen Eltern in der Sperberstraße 46. Er war Maler.

Am 1. Juli 1933 heiratete er Johanna Böhm. Sie kam am 4. Juli 1914 in Nürnberg zur Welt. Das Paar zog am 5. Juli 1933 in die Fetzergasse 20. Das Haus wurde im Krieg zerstört. Heute steht das Haus Neue Gasse 32 auf dem Grundstück. Am 1. August 1933 kam ihre Tochter Anita zur Welt. Die Familie wohnte aber nur etwa einen Monat dort zusammen, da am 27. August 1933 Johann in sogenannte „Schutzhaft“ genommen wurde.

Wie sein Bruder Karl war Johann Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands und dadurch aktiv im Widerstand. Karl wurde schon April 1933 in „Schutzhaft“ genommen und ins Konzentrationslager Dachau eingeliefert; Johann musste ihm im August folgen. Beide überlebten dort 12 Jahre lang. In Dachau waren die Brüder mit dem Nürnberger Häftling Leo Eichmüller befreundet.

Während Johann Häftling in Dachau war, wurde seine Ehe geschieden. Nach seiner Befreiung heiratete er ein zweites Mal. Seine Ehefrau war Karoline Hildegard, geb. Schaurer. Sie war am 9. April 1918 in Nürnberg zur Welt gekommen.

- Stadtarchiv Nürnberg, C 21/II Meldekarten.