Malchen Kissinger, Porträtfotografie um 1930.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 82)

Rot umrandet die Hochstraße 22. Jenseits der parallel verlaufenden Deutschherrnstraße erstrecken sich am oberen Bildrand die Sportplätze auf der Deutschherrnweise. Die drei auf die Wiese zulaufenden Verbindungsstraße sind von West nach Ost (hier von links nach rechts) die Blumenthal, die Moltke- und die Solgerstraße. Luftaufnahme 1927.

(Stadtarchiv Nürnberg, A97, Nr. 264)

Malchen Kissinger

(1881-1944)

Verlegeort: Hochstrasse 22 Stadtteil: Himpfelshof
Patin: Julia Bartolome Verlegedatum: 26. Juni 2022

Biografie

Am 26. Juni 2022 verlegte Gunter Demnig an acht Stellen im Stadtgebiet zehn Stolpersteine. Die Verlegetour begann, wo sie im Vorjahr endete: Im Juni 2021 war ein Stolperstein für Fritz Kissinger in der Hochstraße 22 verlegt worden. Auf Initiative von Frau Bartolome erhielt nun auch dessen Mutter Malchen einen Stolperstein. Sie war in Auschwitz ermordet worden.

Amalie, genannt Malchen, Erlanger wurde am 4. Oktober 1881 in Fürth geboren. Sie hatte vier Geschwister. Ihre Eltern waren Max Erlanger und Zerline, geborene Oettinger.

Im Mai 1904 heiratete Malchen in Fürth den Kaufmann Daniel Kissinger. Er war am 4. Januar 1877 als Sohn des Kaufmanns Maier Kissinger und dessen Ehefrau Jeanette, geborene Steinlein, in Kissingen zur Welt gekommen. Inzwischen lebte er in Nürnberg, wo er eine Fabrikation und einen Handel für Lederwaren betrieb.

Im September 1904 bezog das Ehepaar die Wohnung in der Hochstraße 22. Sie bekamen zwei Söhne: Fritz (geb. 8. Mai 1905) und Walter (geb. 10. August 1910).

Beiden Söhnen gelang kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs die Flucht ins Ausland. Daniel Kissinger starb am 24. August 1942 in Nürnberg, die Todesursache ist unbekannt.

Am 10. September 1942 deportierte man Malchen Kissinger in das KZ Theresienstadt. Dort musste sie knapp zwei Jahre verbringen. Am 18. Mai 1944 wurde sie in das KZ Auschwitz weiter deportiert und dort ermordet.

Quellen

Quellen:

- Stadtarchiv Nürnberg, C 21/X Nr. 5 Meldekarte.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 29), Nürnberg 1998, S. 167.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa, Ergänzungsband (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 30), Nürnberg 2002, S. 30.

- Korrespondenz mit Elizabeth Levy, einer Verwandten Kissingers, Frühjahr 2021.

Stolpersteine in der Nähe