Leopold Berger, Porträtfotografie um 1935.

(www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/76967-leopold-berger)
Rot umrandet die Willstraße 5. Etwas darunter durchschneidet die Fürther Straße mit dem noch bestehenden Gleiskörper der Ludwigseisenbahn die Aufnahme. Parallel dazu verläuft die Bärenschanzstraße mit den Gebäuden der Kulturfeldkaserne und dem Appellplatz. Auf einem schmalen, langgestreckten Geländestreifen zwischen der Kaserne und der am oberen linken Bildrand erkennbaren Ledererbrauerei befindet sich der Alte Jüdische Friedhof. Luftaufnahme 1927.

(Stadtarchiv Nürnberg, A 97 Nr. 278)

Leopold Berger

(1909-1942)

Verlegeort: Willstraße 5 Stadtteil: Gostenhof
Patenschaft: Anonym Verlegedatum: 23. Februar 2016

Biografie

Für Leopold Berger wurde am 23. Februar 2016 ein Stolperstein verlegt. Er wurde in Izbica ermordet, nachdem er vergeblich versucht hatte, aus dem Deutschen Reich und den von der Wehrmacht besetzten Gebieten zu fliehen.

Leopold Berger kam am 8. Juli 1909 in Nürnberg zur Welt. Er hatte fünf Brüder und zwei Schwesterm. Sein Vater Isak und seine Mutter Jente, geborene Schlanger, stammten aus Sokolow in der Region Galizien im östlichen Polen.

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert flohen viele Juden aus Galizien vor zunehmender Verfolgung ins Deutsche Reich. Vornehmlich ließen sie sich in Großstädten nieder. In Nürnberg arbeitete Isak als Trödler.

Im Juni 1933 emigrierte Leopold in die Tschechoslowakei. In Prag arbeitete er als Kaufmann für Textilien. Das Deutsche Reich annektierte im Oktober 1938 das Sudetenland und im März 1939 die gesamte Tschechei. Damit befand sich Berger wieder im deutschen Einflussbereich. Anfang 1940 stellte er den Antrag, nach Shanghai auszuwandern. Viele Juden flohen dorthin, weil man im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern kein Visum zur Einreise benötigte. Berger erhielt aber keine Ausreisegenehmigung von den Prager Behörden.

Am 12. Februar 1942 wurde Leopold ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort verschleppte man ihn am 17. März 1942 ins Lager Izbica, wo er ermordet wurde.

Isak wurde in das KZ Buchenwald verschleppt und dort am 16. Dezember 1939 ermordet. Jente starb am 31. Dezember 1945.

- Stadtarchiv Nürnberg, C 21/X Nr. 1 Meldekarte.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 29), Nürnberg 1998, S. 25.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa, Ergänzungsband (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 30), Nürnberg 2002, S. 6.

- www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/76967-leopold-berger (Stand 22.01.2021).

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