Simon Löb, Porträtfotografie um 1930.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII-GB Nr. 1232)
Emilie Löb, Porträtfotografie um 1920.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 92)
Emilie Löb, Porträtfotografie um 1930.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 92)
Fritz Löb, Porträtfotografie um 1925.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 92)
Fritz Löb, Porträtfotografie um 1935.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 92)
Rudolf Löb, Porträtfotografie um 1925.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 92)
Rudolf Löb, Porträtfotografie um 1935.

(Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr. 92)
Rot umrandet die Mittlere Pirckheimerstraße 22 (heute Pirckheimerstraße 32), direkt an der Ecke zur Krelingstraße, die hier von Süd nach Nord verläuft. An deren oberen Ende ist die Oberfinanzdirektion Nürnberg (heute Landesamt für Steuern) zu erkennen. Luftaufnahme 1927.

(Stadtarchiv Nürnberg, A 97 Nr. 217)

Simon, Emilie, Fritz und Rudolf Löb

Verlegeort: Pirckheimerstraße 32 (früher: Mittlere Pirckheimerstraße 22) Stadtteil: Gärten hinter der Veste
Patenschaft: Nathalie Frank Verlegedatum: 16. Juli 2020

Biografien

Am 16. Juli 2020 ließ Nathalie Frank für den Onkel ihrer Großmutter Simon Löb sowie dessen Frau und Söhne vier Stolpersteine verlegen. Simon wurde in der sogenannten Reichskristallnacht ermordet und die beiden Söhne starben im Vernichtungslager Majdanek. Nur Emilie Löb überlebte den Holocaust.

Simon Löb kam am 14. Juni 1874 in Gersheim im Saarland als Sohn von Salomon und Klara, geborene Weil, zur Welt. Im Juli 1906 zog er nach Nürnberg und betrieb hier einen Exporthandel.

Am 29. Dezember 1907 heiratete er Emilie Seidenberger. Sie war am 28. Februar 1885 in Nürnberg geboren worden, ihre Eltern waren August und Lina, geborene Rosen. Ihr Sohn Fritz kam am 13. Januar 1909 zur Welt und Rudolf am 28. März 1913. Im Ersten Weltkrieg diente Simon als Soldat in der Bayerischen Armee.

Fritz arbeitete wie der Vater als Kaufmann. Vom 26. August 1933 bis zum 6. Juni 1934 hatte man ihn in das KZ Dachau verschleppt. Rudolf arbeitete als reisender Vertreter. Im März 1938 emigrierte er nach Paris. Sein älterer Bruder folgte ihm im Oktober 1938.

In der „Reichskristallnacht“ vom 9./10. November 1938 wurde das Ehepaar Löb in seiner Wohnung im ersten Stock des Hauses in der Mittleren Pirckheimerstraße 22 überfallen. SA-Männer warfen Simon die Treppe hinunter und traten ihn zu Tode. Seine Frau warf sich schützend über ihn und erlitt bei dem Angriff schwere Verletzungen.

Anfang April 1940 floh Emilie nach Paris, etwa vier Wochen, bevor die Wehrmacht in Frankreich einfiel und das Land eroberte. In Paris überlebte sie den Zweiten Weltkrieg.

Ihre Söhne wurden wie zehntausende andere Juden, die in Frankreich lebten, im Sammellager Drancy einige Kilometer nordöstlich von Paris interniert. Am 6. März 1943 deportierte man sie in das KZ Majdanek, wo sie ermordet wurden.

- Stadtarchiv Nürnberg, C 21/X Nr. 5 Meldekarten.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 29), Nürnberg 1998, S. 204f.

- Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.), Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa, Ergänzungsband (Quellen zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, Bd. 30), Nürnberg 2002, S. 36.

- www.rijo.homepage.t-online.de/pdf/DE_NU_JU_kristald.pdf [abgerufen am 7. Juli 2021].

 

Stolpersteine in der Nähe